Hood in Kooperation mit GfSE 5.-8. März 2007 München
6. Requirements Engineering Tagung 2007

Workshop D

Titel des Workshops: Babylon überwinden -  damit Requirements Engineering und Projektmanagement effizient gemeinsam arbeiten

Anspruch des Workshops: Fortgeschrittene

Datum, Uhrzeit und Teilnahmegebühr: 5. März 2007 - 14 Uhr bis 18 Uhr - 299,00 Euro je Teilnehmer incl. Verpflegung und Tagungsunterlagen

Abstract: Die Zusammenarbeit zwischen Requirements Engineering und Projektmanagement wird durch verschiedene Probleme beeinflusst. Diese beginnen damit, dass die auf dem Markt befindlichen Projektmodelle wie CMMI, PMBOK oder das V-Modell XT die Begriffe „Requirements Engineering“ und „Projektmanagement“ in verschiedenen Bedeutungen oder zum Teil sogar gar nicht verwenden. Es liegt die Vermutung nahe, dass jedes Projektmodell seine eigene Vorstellung darüber hat, was unter dem einen und unter dem anderen Begriff zu verstehen sei.
Daher ist es kein Wunder, wenn selbst innerhalb eines Unternehmens, einer Abteilung oder eines Projektes Missverständnisse darüber auftreten, was denn zu den Aufgaben eines Projektmanagers gehöre und was denn davon nun wirklich Projektmanagement oder nicht doch Requirements Engineering sei. Letzten Endes leidet darunter die Effizienz der Zusammenarbeit der beteiligten Personen. Der Erfolg der in das Projekt getätigten Investitionen wird gefährdet.
Der Workshop zielt darauf ab, den Teilnehmern diese Quelle von Missverständnissen im Detail aufzuzeigen, verständlich zu machen, und Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Dazu bereiten die Referenten Beispiele der Teilnehmer im Vorfeld des Workshops anonymisiert auf. Im Workshop selbst stellen die Referenten ihre Analyse dar, bringen die einschlägigen Sichtweisen der gängigen Projektmodelle ein, und moderieren den Diskussionsprozess der Teilnehmer.
Die Teilnehmer selbst tragen ihren Teil zum Gelingen des Workshops bei, indem sie die von den Referenten unmittelbar nach der Anmeldung bereit gestellten Fragebögen bis zum 15.02.2007 ausfüllen und an die Referenten zurück senden. Nach diesem Termin ist eine Berücksichtigung von rücklaufenden Fragebögen in der Analyse nicht mehr sicher gestellt.
Im Workshop selbst stellen die Referenten abschließend die konsistenten Konzepte vor, mit denen sie die Beispiele der Teilnehmer analysiert haben. Diese Konzepte erklären die erwähnten Probleme unabhängig von den gängigen Projektmodellen und sind somit auf jede Art von Projektmodell anwendbar

Die Referenten: 

Ralf Fahney ist seit mehr als 15 Jahren im Anforderungsingenieurwesen und Projektmanagement tätig. Seit 2003 bietet er seine Beratungsleistung deutschlandweit und international als freier Berater an. Zuvor arbeitete er fest angestellt für mehrere IT Beratungshäuser. Ralf Fahney ist zertifiziert als iSQI Certified Professional for Requirements Engineering. Zusammen mit Andrea Herrmann leitet er den Arbeitskreis “Requirements Engineering und Projektmanagement” der Gesellschaft für Informatik.

Dr. Andrea Herrmann forscht an der Universität Heidelberg mit dem Schwerpunkt auf Requirements Engineering und dessen Zusammenwirken mit dem Projektmanagement. Sie ist zusammen mit Ralf Fahney Leiterin des GI-Arbeitskreises „Requirements Engineering und Projektmanagement“. Zuvor arbeitete sie 5 Jahre lang in der Software-Industrie, davon vier Jahre als Requirements Engineer und Projektleiterin.

Dr. Rüdiger Weißbach ist Informationswissenschaftler und arbeitet als Leiter der IT-Service-Organisation in einem IT-Anwenderunternehmen. Er besitzt 20 Jahre Berufserfahrung in Org-IT-Abteilungen in der Industrie und bei Finanzdienstleistern. Darüber hinaus lehrt er seit 15 Jahren an verschiedenen Hochschulen und ist wissenschaftlich tätig. Seine Schwerpunkte sind anwenderbezogene Aspekte des IT-Einsatzes sowie IT-Management.

Vortragsweise:

Die Teilnehmer erhalten vorab einen Fragebogen mit der Aufgabe, Begriffe wie z.B. „Requirements Engineering“, „Projektmanagement“ und ähnliche einschlägige Termini sowie die Aufgaben von einschlägigen Rollen aus ihrer eigenen Sicht zu beschreiben. Außerdem erhalten die Teilnehmer ein Template, um Fallstudien einzutragen, welche sie im Zusammenhang mit der erwähnten Quelle von Missverständnissen stehen.

Die Referenten bereiten die Fragebögen im Vorfeld auf zu einem anonymisierten Destillat. Dieses Destillat wird – neben eigenen Beispielen der Referenten - zentraler Gegenstand der Diskussion im Workshop.

Dann stellen die Referenten die konsistenten, von gängigen Projektmodellen unabhängigen Konzepte vor, mit welchen sie die Analyse der Beispiele vorgenommen haben. Eine kurze Übung der Teilnehmer rundet den Workshop ab.

Die Teilnehmer erhalten am Ende umfassendes Material inklusive einer Checkliste.

Agenda des Workshops:

14:00 - 14:20

Begrüßung, Vorstellung der Teilnehmer und Workshop-Inhalte

14:20 - 14:40

Präsentation Destillat Begriffsdefinitionen und Begriffsdefinitionen in den verschiedenen Projektmodellen

14:40 - 15:00

Diskussion Begriffsdefinitionen, Quellen von Missverständnissen und Konsequenzen daraus

15:00 - 15:40

Präsentation Destillat Fallstudien

15:40 - 16:00

Diskussion des Destillats

16:00 - 16:20

Pause

16:20 - 16:50

Präsentation der Konzepte

16:50 - 17:30

Übung der Teilnehmer: Einsatz der Konzepte anhand eines Beispieles, welches die Referenten selber einbringen

17:30 - 17:45

Zusammenfassung, Ausgabe der Dokumentation, Klärung offener Punkte

17:45 - 18:00

Feedback und Verabschiedung

Wer an dem Workshop teilnehmen sollte: Anforderungsingenieure, Projektmanager, Projektleiter, Projektkoordinatoren, Projektcontroller, einschlägig Prozessverantwortliche, Mitarbeiter kunden- und marktorientierter Unternehmensbereiche (Vertrieb, Produktmanagement), Mitglieder von Planungs- und Lenkungsausschüssen

Lernziele des Workshops: Die Teilnehmer

  • können Konfliktpotential im Vorfeld erkennen, welches aus der unklaren Trennung zwischen Requirements Engineering, Projektmanagement und anderen Kompetenzbereichen entsteht.
  • kennen Möglichkeiten, diesem Konfliktpotential erfolgreich zu begegnen.
  • können auf diese Weise die Kommunikation im Projekt sowie die Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten erleichtern
  • · können dadurch die Investitionen in das Projekt besser als bisher absichern
  • können die Funktion und den Nutzen des Requirements Engineering leichter begründen. So wird z.B. deutlich, an welchen Punkten in einem Projekt tatsächlich Methoden und Werkzeuge des Requirements Engineering und/oder Projektmanagement angewendet werden, ohne dass dies in den Projektmodellen ausdrücklich erwähnt ist.

 Welche Voraussetzungen der Teilnehmer mitbringen muss:

  • Die Teilnehmer sollten mehr als fünf Jahre Berufserfahrung besitzen, möglichst im Requirements Engineering und / oder im Projektmanagement.
  • Die Teilnehmer sollten bereit sein, sich auf abstrakte Fragestellungen einzulassen.

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